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Gran Canaria mit Kindern: was wirklich funktioniert

Aktualisiert 6. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Gran Canaria wird gern „Kontinent im Kleinen“ genannt. Für Familien hat dieser Satz eine praktische Seite, die in keinem Prospekt steht: Die Insel ist nur rund fünfzig Kilometer breit, aber zwischen dem Süden und dem Norden liegen ein Gebirge, zwei Klimazonen und je nach Strecke eine Stunde Fahrt. Wer das beim Planen übersieht, verbringt den Urlaub im Mietwagen.

Fast alle Familien wohnen im Süden — Maspalomas, Playa del Inglés, San Agustín, Puerto Rico, Arguineguín, Puerto de Mogán. Dort scheint auch dann die Sonne, wenn über Las Palmas die Passatwolken hängen, und dort startet der größte Teil dessen, was du buchen kannst. Das ist die gute Nachricht. Die andere: Die Sehenswürdigkeiten, für die Gran Canaria bekannt ist, liegen zum Teil woanders.

Die kurzen Sachen, die zuverlässig funktionieren

Mit Kindern ist die Dauer wichtiger als das Thema. Vier Angebote auf dieser Insel sind kurz genug für kleine Kinder — drei davon dauern unter einer Stunde — und trotzdem etwas, woran sich ein Kind erinnert.

Der Kamelritt in den Dünen von Maspalomas kostet 18 € und dauert 30 Minuten, geritten wird zu zweit in einem Doppelsattel. Mit 5.124 Bewertungen bei 4,5 Sternen ist er das zweitmeistgebuchte Angebot der Insel. Erwarte keine Wüstenexpedition: Es geht am Rand des Dünengebiets entlang, im Schritttempo, und nach einer halben Stunde bist du wieder da. Genau deshalb funktioniert es mit kleinen Kindern.

Das U-Boot in Puerto de Mogán taucht 40 Minuten lang vor der Hafeneinfahrt ab, kostet 38 € und ist mit 4.309 Bewertungen das vierthäufigst gebuchte Erlebnis auf Gran Canaria. Durch die Fenster sind Fische und ein versenktes Wrack zu sehen. Für Kinder, die im Schnorchelbereich noch nichts anfangen können, ist das der einfachste Weg unter Wasser — ohne dass jemand nass wird.

Die Führung durch eine Bananenplantage kostet 15 €, dauert 40 Minuten und endet mit einer Verkostung. 3.371 Bewertungen bei 4,8 Sternen sind für ein so unspektakuläres Thema bemerkenswert; offenbar ist es genau die Art von Programm, die zwischen zwei Strandtagen passt.

Und der Reitausflug für 35 € nennt als eines der wenigen Angebote überhaupt eine Altersgrenze: geeignet für Anfänger und Kinder ab 5 Jahren, Mindestteilnehmerzahl zwei Personen.

Die Parks — und wo sie liegen

Der Palmitos Park bei Maspalomas ist ein zoologischer und botanischer Park mit Delfin- und Vogelshow, Ticket ab 39 €. Er liegt laut Anbieter zehn Kilometer vom Leuchtturm von Maspalomas entfernt, und diese zehn Kilometer führen ins Landesinnere durch eine Schlucht, nicht an der Küste entlang. Mit dem Bus ist das eine eigene Unternehmung.

Der Sioux City Park, ebenfalls bei Maspalomas, ist eine Westernkulisse mit Shows und Revolverkämpfen, Ticket 25 €. Der Cocodrilo Park in Agüimes im Osten der Insel kostet 13 € und hält nach eigenen Angaben über 500 Tiere, darunter Erdmännchen, Schildkröten, Waschbären und Affen. Mit 13 € gehört er zu den billigsten Familienangeboten der Insel und liegt auf halbem Weg zwischen Süden und Flughafen.

Das Aquarium Poema del Mar steht dagegen in Las Palmas, also im Norden. 29 € ohne Anstehen, 4.464 Bewertungen bei 4,8 Sternen — das ist das am besten bewertete große Ziel der Insel. Es ist auch der einzige verlässliche Plan für einen Tag, an dem draußen nichts geht. Nur eben eine gute Stunde entfernt.

Was die Entfernung mit dem Tag macht

Von Maspalomas nach Las Palmas sind es gut fünfzig Kilometer auf der Autobahn GC-1 an der Ostküste, in der Praxis knapp eine Stunde je Richtung. Der Flughafen liegt ungefähr auf halbem Weg. Ein Aquariumsbesuch im Norden ist damit kein Vormittag, sondern ein Tag — mit zwei Autofahrten drum herum, die für ein Kind der langweiligste Teil sind.

Noch deutlicher ist es bei den Bergen. Die Ganztagestouren ins Inselinnere zu Roque Nublo, Pico de las Nieves und den Bergdörfern dauern 7,5 bis 8,5 Stunden und kosten 46 bis 48 €. Landschaftlich ist das der beste Teil der Insel. Für Kinder unter etwa acht Jahren ist es trotzdem meist die falsche Wahl: Die Straßen hinauf sind eng und kurvig, die Aussichtspunkte kommen in kurzer Folge, und aussteigen kann man nicht. Wer die Berge trotzdem sehen will, nimmt die halbtägigen Varianten oder fährt selbst und kürzt ab, wenn die Stimmung kippt.

Wasser, Wind und Schatten

Der Süden ist die geschützte Seite. Vor Puerto Rico, Anfi und Arguineguín liegt das Wasser meist ruhig, und dort starten die Boote — von der Katamaranfahrt mit Delfinbeobachtung für 38 € bis zum Jetski und Parasailing vor Playa del Inglés. Das Meer hat je nach Jahreszeit zwischen etwa 19 Grad im Spätwinter und 23 Grad im Frühherbst; es ist Atlantik, nicht Mittelmeer, und die ersten Minuten fühlen sich für Kinder entsprechend an.

Zum Surfen fahren die Schulen nach Playa del Inglés, Maspalomas und im Norden nach Las Canteras. Ein Surfkurs eigens für Kinder und Jugendliche von 8 bis 16 Jahren kostet 65 € und dauert vier Stunden — eines der wenigen Angebote, das eine Altersspanne im Titel führt.

Und der Punkt, den man am ehesten unterschätzt: In den Dünen gibt es keinen Schatten, und die Wege dort sind länger, als sie aussehen. Wasser, Hut und Sonnenschutz gehören mit, auch für dreißig Minuten. Fällt Saharastaub ein — auf den Kanaren calima genannt —, wird die Luft für ein, zwei Tage diesig und drückend heiß. Dann ist ein Hallenziel wie das Aquarium plötzlich der beste Plan des Urlaubs.

Mindestalter: es gibt keine Inselregel

Wer dir eine allgemeine Altersgrenze für Gran Canaria nennt, hat sie sich ausgedacht. Von den 231 Angeboten, die hier verglichen werden, nennen nur eine Handvoll überhaupt ein Alter: der Reitausflug ab 5 Jahren, ein Küstenritt ab 12 Jahren für erfahrene Reiter, der Surfkurs für 8- bis 16-Jährige und eine E-Scooter-Tour, bei der Kinder über 7 als Beifahrer mitdürfen. Bei allem anderen — Boote, Buggys, Jetskis — setzt jeder Anbieter seine eigene Grenze, und was gilt, steht auf der jeweiligen Buchungsseite. Steht dort nichts, frag vor dem Buchen. Die Antwort hast du dann schriftlich.

Wann du es besser lässt

Buggy- und Quadtouren klingen nach dem Höhepunkt der Woche und sind für kleine Kinder keiner. Die Pisten im Hinterland von Maspalomas sind staubig, laut und rüttelig, und die Fahrzeuge sind offen. Die Viersitzer, die ausdrücklich als Familienfahrzeuge angeboten werden, kosten zwischen 79,50 € und 175,77 € und werden mit 3,6 bis 3,9 Sternen deutlich schwächer bewertet als das meistgebuchte Buggy-Angebot der Insel mit 4,8 Sternen. Das ist ein Hinweis, kein Beweis — aber wer das Geld ausgibt, sollte ihn kennen.

Ebenso ehrlich: Delfine sind wild. Keine Tour kann eine Sichtung garantieren, und die Bewertungen der Delfinfahrten liegen genau deshalb niedriger als die der Parks. Ein Kind, dem du eine Bootsfahrt versprochen hast, kommt gut nach Hause. Ein Kind, dem du Delfine versprochen hast, unter Umständen nicht.

Die meistgebuchten Touren

Bestseller

Katamaranfahrt mit Delfinen und Schnorcheln

⏱ 3,5 Std. · 3,5 Stunden · ab Puerto Rico

4,4 (5.820 Bewertungen)

Die meistgebuchte Fahrt der Insel. Ein ruhiger Katamaran entlang der geschützten Südwestküste, ein Bade- und Schnorchelstopp und die besten Delfinchancen, die ein halber Tag hier hergibt.

ab €38

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Kostenlos stornierbar bis 24 h vorher

Kamelritt in den Dünen von Maspalomas

⏱ 0,5 Std. · 30 Minuten · Maspalomas

4,5 (5.124 Bewertungen)

Eine halbe Stunde, kein Schwimmen, keine Kondition nötig — und der einzige erlaubte Weg, im Dünenschutzgebiet zu sein statt daneben. Kurz genug, dass ein Dreijähriger am Ende noch mitmacht.

ab €18

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Führt auf genehmigten Routen durch das Naturschutzgebiet

Bestseller

U-Boot-Fahrt ab Puerto de Mogán

⏱ 0,7 Std. · 40 Minuten · Puerto de Mogán

4,4 (4.309 Bewertungen)

Ein echtes U-Boot, vierzig Minuten, hinunter zum Meeresgrund vor Mogán. Die Antwort für alle, die sehen wollen, was unter Wasser ist — ohne Maske, ohne Neopren und ohne schwimmen zu können.

ab €38

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Kostenlos stornierbar bis 24 h vorher

Touren ab €18 · heute verfügbar

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