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Reiten auf Gran Canaria: Geländeritte, eine Koppel und kein Strandritt

Aktualisiert 16. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Gran Canaria: Reiten auf dem Vulkanpfad & Transfer-Optionen

Wer nach Reiten auf Gran Canaria sucht, findet Dutzende Angebote, meist dieselbe Handvoll Ställe unter verschiedenen Titeln. Unser eigener Bestand für die Insel umfasst 247 Angebote bei einem Medianpreis von 69 €; eine Reittour steckt darin, mehrere weitere Ställe arbeiten unabhängig davon, außerhalb der Plattform. Dieser Text ordnet, wo hier wirklich geritten wird – Gelände, Koppel oder Reitplatz – und beantwortet die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird: Gibt es einen Ritt am Strand? Kurze Antwort: nicht so, wie es die Prospekte versprechen.

Das Zugpferd: ein Vulkanpfad ab El Salobre

Die Tour aus unserem eigenen Bestand, „Volcanic Trail Horse Riding & Transfer Options”, kostet ab 38 € für ein bis zwei Stunden, in Kleingruppen auf Pferden, die als ruhig beschrieben werden, mit optionalem Hoteltransfer. Sie steht bei 4,6 Sternen und 2.433 Bewertungen, mit Abstand die höchste Bewertungszahl unter den Reittouren der Insel.

Betreiber ist El Salobre Horse Riding mit Sitz in El Salobre, Gemeinde San Bartolomé de Tirajana, rund zehn Minuten von Maspalomas und den Dünen entfernt. Laut eigener Website des Stalls dürfen Kinder bei der Ein- und Zweistundentour ab 3 Jahren mit, beim Sunset-Ritt liegt die Grenze höher bei 6 Jahren. Unter diesen Altersgrenzen reitet niemand mit, was auch immer die Buchungsseite eines Wiederverkäufers nahelegt.

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Gewicht, Ausrüstung und worauf sich „Sicherheit” wirklich bezieht

El Salobre nennt eine Grenze von 110 kg, auf der eigenen Website begründet mit „für die Sicherheit der Pferde”. Zwei Wiederverkäufer ergänzen Angaben, die der Stall selbst nicht veröffentlicht: okgrancanaria nennt auf seiner Angebotsseite für einen Reiter allein ebenfalls 110 kg, senkt die Grenze aber auf 80 kg, wenn ein Kind unter 6 im selben Sattel mitreitet, und schreibt, Kinder unter 6 reiten kostenlos im Sattel eines Elternteils mit; CANCO nennt ein Mindestalter von 5 Jahren zusammen mit derselben Grenze von 110 kg. Beide Angaben stammen von Wiederverkäufern, nicht vom Stall, und wir kennzeichnen sie entsprechend, statt sie als Regel des Betreibers auszugeben.

Helme werden gestellt, für Kinder zusätzlich Sicherheitswesten. Die Kleiderordnung schließt Bikinis, Röcke, Shorts und Sandalen aus. Beim Stall selbst kostet die Stunde ab 38,02 €, zwei Stunden ab 59,14 €, der Sunset Walk ab 73,93 € und ein privater Zweistundenritt 75 €; Hotelabholung ist bei der Ein- und Zweistundentour als Option vorgesehen, beim Sunset-Ritt nicht. Die Zweistundentour startet um 10:00 und 16:00 Uhr. Wiederverkäufer verlangen mehr: 46 € für eine Stunde, 66 € für zwei.

Reitschule statt Ausritt: Bandama

Nicht jeder Stall der Insel steht für Ausritte ins Gelände. Die Sección Hípica des Real Club de Golf de Las Palmas in Bandama bei Santa Brígida – im Landesinneren, ungefähr in der Inselmitte im Norden – betreibt 50 Boxen, fünf Reitplätze und klassische Dressurausbildung. Das ist Platzbetrieb mit Unterricht, näher an einer Reitschule als an einem Ausritt, und liegt nirgends nahe der Küste.

Längere Ritte ab Telde – und ein Preis, der nicht aufgeht

Horse Riding Canaria mit Sitz in Telde, keine halbe Stunde sowohl von Las Palmas als auch von Maspalomas, bietet den längsten Ritt in unserem Bestand: eine dreistündige „Horse Riding Tour to the Coast”, geführt zu 230 €. Die Buchungsseite beschränkt sie ausdrücklich auf erfahrene Reiter und Kinder über 12 Jahre und nennt sie ungeeignet für Personen über 100 kg – die strengste Gewichtsgrenze aller hier genannten Touren.

Die eigene Website des Betreibers nennt völlig andere Zahlen: eine Stunde für Kinder ab 6, zwei Stunden ab 10, die Dreistundentour „nur für erfahrene Reiter”, zu Preisen von 30 €, 70 € und 120 € – eine große Lücke zu den 230 € der Buchungsplattform, dort als Gruppenpreis für bis zu zwei Personen ausgewiesen. Wir können die beiden Angaben nicht in Einklang bringen und benennen den Widerspruch, statt eine Zahl auszuwählen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, 10–14 und 16–20 Uhr; verlangt werden lange Hosen und geschlossene Schuhe, Sandalen und Shorts werden abgewiesen, die Abholung am Flughafen ist kostenlos.

Die anderen kurzen Ritte

Zwei weitere Touren stehen im Bestand, mit kleineren Bewertungszahlen. Eine „1-hour relaxing horse riding tour” kostet 35 € für laut eigener Angabe 1,5 Stunden, ausgerichtet auf Anfänger und Kinder ab 5 Jahren, mindestens zwei Personen pro Buchung; 149 Bewertungen. Eine „2-Hour Green Mountains Horse Riding Tour” ab Ojos de Garza kostet 85 € für zwei Stunden; 29 Bewertungen.

Genannt, aber nicht geprüft

Wir sind außerdem auf Erwähnungen von Rancho Park nahe Playa del Inglés, Happy Horse bei Maspalomas, Centro Hípico La Gloria in El Tablero, Hipisur und Centro Hípico San Mateo gestoßen. Keiner davon hat eine funktionierende Website, gegen die wir prüfen konnten, daher nennen wir für keinen Preise oder Altersgrenzen – Hinweise zum Selbstprüfen, keine buchbaren Fakten. The Saddle Club Gran Canaria, im Gebirge rund 15 Minuten von Maspalomas, betreibt dagegen belegt Ausritte und einen Rettungsbetrieb für Pferde, auch wenn wir keine nennenswerten Preise gefunden haben.

Die Strandfrage

Das ist es, was die meisten Suchenden hier eigentlich wissen wollen, also hier, was sich belegen ließ und was nicht. Für das Dünenschutzgebiet von Maspalomas nennt der Plan Director der Reserva Natural Especial, veröffentlicht im Boletín Oficial de Canarias Nr. 51 vom 26. April 1999, verbotene Nutzungen in der Zona de Uso Restringido, und „das Training von Pferden und Hunden” steht darin ausdrücklich; die öffentliche Nutzung dieser Zone ist nur zu Fuß erlaubt.

Für die Strände von San Agustín, Playa del Inglés und Maspalomas verbietet eine Regelung aus dem Jahr 2000 das Spazierenführen und Baden von Tieren jeder Art – Pferde werden dort aber nicht ausdrücklich genannt. Die geltende Strandsatzung der Gemeinde aus dem Jahr 2013 liegt nur als Bildscan vor, den wir nicht vollständig prüfen konnten, deshalb zitieren wir ihren Wortlaut nicht. Mogán hat im Februar 2026 fünf Strände für Hunde freigegeben; Pferde kommen auch dort nicht vor. Der Cabildo schreibt in seinen Hinweisen zum öffentlichen Gebrauch, Pferde bekämen „in keinem Fall” Zutritt – das bezieht sich aber auf die Erholungsgebiete im Landesinneren, nicht auf die Küste.

Zusammengenommen: Wir haben keine Vorschrift gefunden, die Reiten an einem Strand auf Gran Canaria mit diesem Wort ausdrücklich verbietet. Belegt ist das Verbot des Pferdetrainings im Schutzgebiet der Dünen. Aussagekräftiger als jede Vorschrift ist aber Folgendes: Kein Anbieter auf der Insel wirbt tatsächlich mit einem Ritt über den Sand. Selbst die Tour, die anderswo als Strandritt verkauft wird, der Dreistundenritt von Horse Riding Canaria, führt laut eigener Beschreibung über die Klippen von Tufia, Telde und El Goro bis zum Hafen von Salineta. Wer das Postkartenbild mit Hufen in der Brandung sucht, bucht es hier nicht.

Vormittags oder spätnachmittags, nicht mittags

Jeder Stall, den wir gefunden haben, startet seine Ritte vormittags oder spätnachmittags – die Zweistundentour bei El Salobre um 10:00 und 16:00 Uhr, Horse Riding Canaria geöffnet 10–14 und 16–20 Uhr. Niemand nennt Hitze als Grund, deshalb behaupten wir das nicht; Septembernachmittage am Flughafen Gran Canaria erreichen im Mittel 27,2 °C Höchsttemperatur (AEMET, Mittel 1981–2010), im August sind es mit 27,5 °C noch etwas mehr, im Januar 20,8 °C. Den eigenen Schluss daraus zu ziehen liegt nahe, zuschreiben können wir es den Ställen selbst aber nicht.

Für wen es nichts ist

Über den Gewichtsgrenzen – 110 kg bei El Salobre, 100 kg beim Küstenritt ab Telde – wird niemand mitgenommen, und die Grenzen bestehen wegen der Pferde, nicht als Formsache. Sehr kleine Kinder hängen ganz vom Stall ab: Laut eigener Website nimmt El Salobre sie ab 3 Jahren, der Küstenritt verlangt laut Buchungsseite über 12. Und wer einen Strandritt sucht, kann sich die Suche sparen – niemand verkauft hier einen. Was sonst einen Tag im Süden füllt, steht in Der Süden von Gran Canaria und Gran Canaria mit Kindern; wer statt vier Beinen vier Räder will, findet das bei den Buggy- und Quadtouren. Eine Tripadvisor-Bewertung zu einem anderen Stall beklagt, Reiter seien Pferden zugeteilt worden, die für ihr Gewicht zu klein waren – eine einzelne Besucherstimme, kein Befund.

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